6 Schritte für einen guten Umgang mit Krisen

6 Schritte für einen guten Umgang mit Krisen

In diesem Artikel möchte ich dir 6 Schritte an die Hand geben, für einen guten Umgang mit Krisen. Wir sind ständig mit größeren und kleineren Krisen konfrontiert. Mit manchen gehen wir besser um, und mit anderen nicht ganz so gut. Ich denke, im Leben geht es daher auch um den Umgang mit Krisen.

Alltägliche Krisen

Es gibt alltägliche Krisen, mit denen wir jeden Tag konfrontiert sind. Manche scheinen leichter und mache als große Hürde. Die meisten sind jedoch gut zu bewältigen und wir alle haben uns bestimmte Strategien angeeignet, um mit ihnen umzugehen.

Das kann der Streit mit dem Partner/der Partnerin sein, den wir lösen. Es kann aber auch eine schwierigere Entscheidung sein, wie wenig Geld zur Verfügung zu haben und mit dem, was da ist, irgendwie über die Runden zu kommen.

Die Strategien, die wir hier, in unseren alltäglichen Krisen nutzen, verwenden wir häufig auch in großen Krisen. Das ist teilweise hilfreich. Daher ist Punkt 2. auch so wichtig. Es ist wichtig zu wissen, was meine Strategien sind und diese gegebenenfalls anzupassen. Denn nicht immer sind diese förderlich für mich.

Große Krisen

Mit großen Krisen meine ich Dinge, die wir absolut nicht in der Hand haben, wie die Coronapandemie, ein Krieg, Naturkatastrophen usw.

Diese großen Krisen können uns völlig aus der Bahn werfen, selbst wenn wir nicht direkt betroffen sind. Das liegt an Spiegelneuronen in unserem Gehirn, hierdurch entsteht Empathie und eben auch ein Nachempfinden von tatsächlich Erlebtem. Daher können uns auch Krisen im Außen, die wir nicht selbst erleben, sehr mitnehmen und zu einer waschechten Krise werden.

Alle meine genannten Punkte beziehen sich daher auf große Krisen, die einen selbst jedoch eher peripher betreffen oder, wenn die akute Krise bereits vorüber ist und es um die persönliche Nachsorge geht.

Umgang mit einer akuten Krise

Wenn du selbst in einer Krise steckst, also selbst direkt davon betroffen bist, können Entscheidungen über Leben und Tod entscheiden. Daher ist besonders hier der Umgang besonders wichtig.

Die zwei wichtigsten Punkte sind meiner Meinung nach daher:

  • Eigenschutz – in Sicherheit kommen
  • Fremdschutz – wenn möglich anderen helfen in Sicherheit zu kommen

Die biologische Stressreaktion auf eine Krise ist meist – kämpfen – fliehen oder erstarren.

Ich weiß nicht, ob du schonmal davon gehört hast.

Kurz erklärt gehen wir in einer Krise entweder in den Kampf und kämpfen – manchmal auch ums Überleben. Oder wir fliehen, bringen uns, wie oben schon beschrieben, in Sicherheit. Als letzte Option erstarren wir. Hierbei sind wir handlungsunfähig und lassen sozusagen einfach alles über uns ergehen.

Diese Stressreaktion hängt mit unseren bisherigen Erfahrungen zusammen, kann aber auch je nach Situation unterschiedlich sein. Häufig haben wir jedoch in der Situation selbst keine Entscheidungsmöglichkeit mehr, da die drei Optionen Reaktionen sind und keine bewussten Entscheidungen. Verortet ist die Reaktion im Stammhirn, dem ältesten Teil unseres Gehirns. Wenn du mehr zu der Stressreaktion lesen möchtest, hier ist finde ich ein guter Artikel dazu.

1. Umgang mit Veränderungen

Wie bereits in meinem Artikel zum Umgang mit Veränderungen beschrieben, war und ist dieser ein Weg für mich, den ich auch immer noch gehe. Krisen sind immer Veränderungen und daher ist der Umgang ein sehr ähnlicher, auch wenn nicht gleich. Ich würde sagen, der Umgang mit Veränderungen ist sozusagen die Grundlage für den guten Umgang mit Krisen.

Hier daher eine kurze Zusammenfassung, welche Punkte ich als wichtig herausgearbeitet habe:

  • Leitspruch: akzeptiere es, verändere es oder lass es los
  • Persönliche Weiterentwicklung
  • Vertrauen in das Leben
  • Achtsamkeit, im Moment leben und diesen zelebrieren
  • Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit spüren
  • Verlässliche Beziehungen haben und pflegen
  • Veränderung akzeptieren als Teil des Lebens
  • Wünsche haben, daraus Ziele formulieren und diese verfolgen
  • Selbstliebe stärken und zelebrieren – Ich bin das Auge des Sturms
  • Kreiere und zelebriere Routinen

2. Reflexion

Ich denke, es ist sehr wichtig, nach einer Krise für sich selbst zu reflektieren, wie man mit dieser umgegangen ist.
Denn nur durch Reflexion können wir lernen und etwas verändern.

Wenn wir nicht reflektieren, handeln wir häufiger unbewusst und wiederholen dieselben Muster immer und immer wieder.

Daher – wenn du aktuell in einer Krise steckst, überlege dir, wie du eine vorherige Krise gemanagt hast. Was hast du gut gemacht, was hat dir eventuell nicht so geholfen, was könntest du in der nächsten Krise anders machen? Schreibe dir deine Fragen und Antworten am besten auf! So bleibt es am besten im Kopf und du kannst, wenn du möchtest, es wieder lesen.

3. Optimismus

Ein wirklich wichtiger Schritt, für den Umgang mit Krisen, ist eine optimistische Grundeinstellung.

Wenn du immer nur vom leeren Glas ausgehst, können dir Krisen mehr an als wenn du vom halb vollen Glas ausgehen würdest.

Ich denke, zum Optimismus zählt auch das Vertrauen ins Leben. Zum einen eine positive Einstellung zum Leben und zum anderen die Sicherheit, dass alles gut werden wird. Denn vergiss nicht – dieses Leben ist für dich! Und es hält so viele tolle Momente bereit, die du erleben darfst.

Daher – überlege dir ganz ehrlich, hast du eine optimistische Grundeinstellung zum Leben oder eher nicht. Wenn ja, ist doch alles super 😊.

Wenn nicht, dann überlege dir, wie du positiver denken kannst. Zum Beispiel mit täglichen, kurzen, Dankbarkeitsübungen, wo du dich fragst, wofür du dankbar warst.

4. Aktiv werden

Ein Schritt, der mit immer hilft, ist, selbst aktiv werden. Wenn ich aktiv werde, habe ich nicht mehr das Gefühl, der Situation ohnmächtig ausgeliefert zu sein.

Das heißt, in der Coronakrise habe ich einfach alles gemacht, um irgendwie zu helfen, die Situation zu schnell wie möglich zu beenden. Jetzt in dem Krieg in der Ukraine habe ich gespendet, sowohl Geld als auch Sachspenden.

Mein Freund und ich spenden sowieso regelmäßig an verschiedene Institutionen, was uns generell schon immer ein gutes Gefühl gibt, bei all dem Weltschmerz den ich immer wieder spüre.

Außerdem meditiere ich täglich und habe auch bei verschiedenen Friedensmeditationen mitgemacht. Ich weiß, das wird nicht den Weltfrieden auslösen. Was mir aber ganz wichtig ist – Frieden beginnt in mir. Und Hass lässt sich nicht mit Hass bekämpfen, sondern nur mit Liebe. Und daher ist es wichtig, dass so viele Menschen wie möglich für sich selbst in der Liebe sind, besonders den Aggressoren gegenüber, denn die brauchen es am allermeisten.

Das mag jetzt sehr abstrakt klingen, aber ich habe bei dem Thema immer Nelson Mandela vor Augen. Er kam nach 27 Jahren Haft aus dem Gefängnis und plädierte für Frieden und Liebe. Genau das ist es, was die Welt braucht. Nicht noch mehr Hass, Krieg, Lügen, schlechte Gedanken und Gefühle, sondern Liebe, Frieden, Aufrichtigkeit, gute Gedanken und Gefühle. Ich hoffe, das macht es jetzt klarer, warum ich auch die Meditation dazu zähle, wenn ich aktiv werden beschreibe.

Daher – überlege dir, wie du aktiv werden kannst. Wie kannst du helfen, die Situation zu verbessern? Und überlege dir, wo kannst du selbst mehr milde werden, mehr Liebe verteilen, eventuell auch dir selbst gegenüber.

5. Informieren, aber nicht katastrophisieren

Ein wichtiger Schritt für mich in den bisher großen Krisen meines Lebens (und ja, 2 der Größten waren in den letzten 2 Jahren!) war mich zu informieren, aber nichts zu katastrophisieren.

Was genau bedeutet das?

Informiere dich auf verschiedenen Wegen. Behalte dabei im Hinterkopf, dass jeder eine Situation aus den eigenen Augen beschreibt. Wahrheit ist IMMER subjektiv! Denn jeder hat unterschiedliches erlebt und aus diesem Erlebten formt sich die Wahrheit, die man dann erlebt.

Daher informiere ich mich immer an verschiedenen Stellen, verzettel mich dabei aber auch nicht. Meistens finde ich 2-3 gute Informationsquellen für mich und bleibe dann bei denen. Zu Beginn einer Krise sind das natürlich noch mehr, ich reduziere sie dann aber und konsumiere nur noch die, die für mich vertrauenswürdig sind.

Daher – informiere dich von unterschiedlichen Stellen, suche dir dann einige wenige aus, die für dich vertrauenswürdig sind und bleibe bei diesen (hauptsächlich)

Damit wäre ich schon am Punkt des Katastrophisierens. Denn die Informationsflut kann mich auch überfordern. Es ist wunderbar, dass wir heutzutage so “hautnah” an allen Geschehen teilhaben können. Gleichzeitig ist das eine große Bürde und Last. Es ist schwierig, damit umzugehen und ich denke, es ist eine Aufgabe unserer Generation, das zu tun.

Daher – wenn du merkst, dass dir alles zu viel wird und du nur noch Nachrichten schaust, dann grenze dich aktiv ab. Lese ein Buch, geh raus in die Natur, werde achtsam, meditiere, mache Sport, usw.

6. Neue Wege finden

Eine Krise bedeutet auch immer eine Chance, ein Neuanfang, ein Wandel.

Dieser Schritt, mit einer Krise umzugehen, hängt eng mit Schritt 3. zusammen. Wenn ich eine optimistische Grundeinstellung habe, fällt es mir leichter, die Chance in der Krise zu sehen.

Daher – nutze die Krise, so weit wie möglich, für dich. Überlege dir, was kann ich ab jetzt anders machen? Welche Türe öffnet sich jetzt für mich, wo sich die andere schließt?

Resümee

Also, meine Schritte, für einen guten Umgang mit Krisen sind:

  1. Den eigenen Umgang mit Veränderungen anschauen und positiv verändern, falls nötig
  2. Umgang mit Krisen reflektieren und aufschreiben
  3. Eine optimistische Grundeinstellung haben oder gemächlich aufbauen
  4. Aktiv werden durch Spenden, selbst helfen, meditieren, in Liebe sein
  5. Informiert sein durch ausgewählte Quellen, aber nicht katastrophisieren, sonst Pause machen
  6. Die Krise als Neuanfang sehen und für sich nutzen

Mir haben die Schritte sehr geholfen, um mit den Krisen der letzten Jahre umzugehen. Ich bin heute stärker als davor und jede Krise bringt mich weiter. Daher habe ich mir tatsächlich angewöhnt (ja, ich habe das erlernt!) eine Krise als Chance zu sehen, auch wenn das im ersten Moment immer etwas komisch wirken mag, hat es mir doch geholfen, mit alles was so passiert, umzugehen.

Ich hoffe, die Schritte können auch dir helfen, um mit aktuellen oder zukünftigen, aber auch vergangenen Krisen umzugehen.

Jetzt wünsche ich dir einen schönen Abend, einen guten Morgen oder einen sonnigen Mittag.

Alles Liebe,
Ronja


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